Konzept

Unsere Bildungsbereiche:

Neben der täglichen Sprachförderung unterstützt uns Rabea Hustemeier mit ihrer tiergestützten pädagogischen Arbeit.

Neben der täglichen Sprachförderung unterstützt uns Rabea Hustemeier mit ihrer tiergestützten pädagogischen Arbeit.

Wir, die Kita Pinocchio, arbeiten nach dem „Lebensbezogenen Ansatz“, bei dem das „Leben“ von allen Menschen und von allem Sonstigen, was lebt, im Vordergrund steht. Zielsetzung ist gelingendes Leben. Bezogen auf die aktuelle Lage des Kindes bedeutet dieses, die Familie als wichtigsten Bezugspunkt in der Persönlichkeitsentwicklung zu sehen und zu begleiten. Als eingruppige, kleine Einrichtung können wir werte- und zielorientierte familienähnliche Strukturen leben. Unsere Schwerpunkte sind hier Gerechtigkeit, Friede und Natur  sowie Chancengleichheit, Teilhabe und Gesundheitsförderung.

Unser pädagogisches Handeln geht natürlich von den Bedürfnissen der Kinder aus und bezieht sich hier auf das, was sie wirklich für ein gelingendes Leben brauchen: Zuwendung, soziale Einbindung, Anerkennung, gesundes Essen und Trinken, Wärme, frische Luft usw., aber auch inhaltlich-thematische Anregung, führende Orientierung und Freiraum für ihre Entwicklung und Selbstverwirklichung.

Die Basis unserer täglichen Arbeit ist deshalb die Bindungsarbeit als Voraussetzung für Bildung. Weil wir das als einen Meilenstein für den Lebensweg der Kinder sehen, nehmen wir uns besonders viel Zeit für den Beziehungsaufbau in der Eingewöhnungsphase. Dabei ist es uns wichtig, jedes Kind als kompetent, selbstständig und einzigartig zu sehen. Den Übergang von der Familie oder auch der Tagespflege in unsere Einrichtung gestalten wir bewusst als längerfristigen Prozess, da Kinder immer wieder Übergänge erleben, wie z.B.  Kita – Grundschule bzw. Grundschule – weiterführende Schule (siehe Eingewöhnung).

Unsere Bildungsbereiche:

Die Eingewöhnung

Nach der Zusage des Kitaplatzes findet ein erster Elternabend und oder ein erstes Elternerstgespräch zur Eingewöhnung statt. Hier wird schon einmal besprochen, was ihr Kind für die ersten Tage und Wochen in der Kita braucht. Das Wichtigste hierbei ist eine begleitende sichere Bindungsperson wie Mama, Papa oder Oma, Opa als sicherer Hafen in der Gruppe. Hier werden auch erste Schnupperbesuche abgesprochen und der zeitliche Rahmen dafür. Wenn es dann soweit ist und die Kitazeit mit der Eingewöhnung startet, arbeiten wir in Anlehnung an das Berliner Modell. Dies bedeutet, dass wir uns nicht an Zeitplänen halten, sondern phänomenologisch von den Bedürfnissen der Kinder ausgehen. Erst wenn ihr Kind uns durch sein Spiel signalisiert, dass es in Ordnung ist und sich bei uns und mit uns wohl und sicher fühlt, starten wir die ersten Trennungssituationen. Zuerst können sie ihrem Kind sagen, dass sie kurz gehen und schnell wieder da sind. Akzeptiert uns ihr Kind als Bindungsperson, können sie die Einrichtung verlassen. Natürlich möchten wir für alle Fälle eine Handynummer aufschreiben, damit wir sie in Angstsituationen ggf. schnell zurückrufen können. Die Eingewöhnungsphase ist abgeschlossen, wenn uns ihr Kind nach kurzem Trennungsschmerz als zusätzliche Bindungsperson und vertrauten Spielpartner und Begleiter akzeptiert. Das kann je nach Erfahrungsschatz der Kinder einige Tage bis hin zu einigen Wochen dauern.

Das Freispiel

Der Großteil der Bildungsbereiche wird in unserer täglichen Freispielphase abgedeckt. Denn eine hoch wirksame und lustvolle Form des Lernens der Kinder ist das Spiel. Die Kinder können hier frei den Spielort, den Spielpartner und das Spiel und dessen Material wählen. Das Kind soll Eigeninitiative entwickeln, sich in selbstgewählte Spiele vertiefen und dabei Kontakte zu Spielkameraden aufbauen. In diesen Interaktionsprozessen finden Lernvorgänge statt, die für die soziale, kognitive und psychomotorische Entwicklung von großer Bedeutung sind. Zusätzlich  bekommen sie Lernangebote in Form von Spielimpulsen von außen durch die Erzieherinnen.

„Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein ganzes Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man später sein ganzes Leben lang eine warme, geheime Welt zu haben, die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird. Was auch geschieht, was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Innern, an die man sich halten kann.“    Astrid Lindgren

Entwicklungsdokumentationen

Neben Basik (Sprachentwicklungsdokumentation) arbeiten wir mit dem schwedischen Dokumentationsinstrument Portfolio. Jedes Kind hat seinen eigenen Ordner, in dem verschiedene Lerninhalte dokumentiert werden in Form von Lerngeschichten, Fotos und Bildern. Viele Beobachtungen erzählen dann im Gesamtbild die individuelle Entwicklung von jedem Kind. Indem es immer wieder hineinschaut, sich vorlesen lässt und selber bewusst bestimmen kann, was es als nächstes Ziel ins Auge fassen möchte, erlebt sich das Kind als eigenständiger Akteur seiner Lerngeschichte. Für Entwicklungsgespräche mit den Eltern erleichtert uns die Portfoliomappe Prioritäten zu setzen und einzelne Kompetenzen gezielt anzusprechen und zu erläutern.

Soziale und kulturelle Bildung

Wir leben in unserer Einrichtung eine kulturelle Vielfalt. Dieses erfordert eine fortlaufende Auseinandersetzung mit grundlegenden Werten, die die Rechte des Einzelnen ebenso wie den Erhalt der Gemeinschaft sichern. Es beinhaltet jeden einzelnen, jeden Tag mit seinem „So Sein“ willkommen zu heißen, ein Geborgenheitsgefühl zu geben und zu leben. Jeden mit seinen Gefühlen zu akzeptieren heißt auch, ein Kennenlernen und Akzeptieren der Gefühle der anderen, was natürlich einerseits das Erlernen der Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse voraussetzt, andererseits die Fähigkeit ermöglicht diese Bedürfnisse auch verbal zu äußern.

Musisch-ästhetische Bildung

Gestalten, Singen und Musizieren, das ist der Grundinhalt dieses Bildungsbereiches. Besonders in den ersten Lebensjahren lernen Kinder vor allem über ihre eigenen Sinne und Erfahrungen. Unsere täglichen ritualisierten Sitzkreise beinhalten immer auch rhythmische Klatsch – und Singspiele, bei denen unsere Orffinstrumente ihren Einsatz haben. Während des Freispiels haben die Kinder die Gelegenheit, bei Musik frei zu tanzen und zu toben. Im Laufe des Tages begleiten uns viele Lieder, um Übergänge zu gestalten wie z.B. beim Aufräumen, Händewaschen und bei den Mahlzeiten. Auch begleiten uns Klanggeschichten, Bewegungslieder und Geräusche CD`s zur Förderung der phonologischen Wahrnehmung.

Bewegung, Körper, Gesundheit und Ernährung  (s. Besonderheiten)

Mathematische Bildung /Naturwissenschaftlich- technische Bildung

Um es mal mit Einsteins Worten zu sagen: „Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist nur Information“. Damit möchten wir sagen, dass wir mit den Kindern keine Zähl – oder Mathewerkstatt eröffnen. Trotzdem findet Bildung auf diesem Bereich spielerisch im Alltag statt. Wir hüpfen Zahlen und bilden Mengen, indem wir z.B. schauen, wie viele Mädchen sind heute da, wie viele Jungen, Kinder mit Jeanshosen, Brillenträger…. Hierbei können die Kinder die Anzahl sehen und staunen. Wie viel Mais passt in einen Topf? Wie lange dauert es, so viel Mais zu sammeln? Uns ist es wichtig, hier den Forscherdrang der Kinder zu wecken. Wir haben Lust, Kinderfragen entwickeln zu lassen und zu experimentieren….